Heidelberg / Nicaragua: Klimaprojekt für Kaffeebauern

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Heidelberg / Nicaragua: Klimaprojekt für Kaffeebauern

Kleinbauer

Wasserspeicher eines Kleinbauern. Foto: Heidelberger Partnerschaftskaffee

Der Heidelberger Partnerschaftskaffee importiert nicht nur hochwertige Biokaffees von Kleinbauern aus Lateinamerika zu besonders fairen Bedingungen, sondern fördert seit vielen Jahren zusätzlich Projekte für die Bauernfamilien. Diese Förderung von Projekten hat das Ziel, die ökologische Produktion zu verbessern und die soziale Situation, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung für Kleinbauern und ihren Familien in Mittelamerika zu verbessern.

Klimawandel: dramatische Veränderungen der Lebens- und Produktionsbedingungen von Kleinbauern

Der globale Klimawandel führt inzwischen auch zu dramatischen Veränderungen der Lebens- und Produktionsbedingungen von Kleinbauern in Mittelamerika. Laut dem von German Watch entwickelten Long-Term Climate Risk Index (Lang-Zeit Klima-Risiko-Index), der die Auswirkungen extremer Wetterereignisse als Datengrundlage verwendet, wurde 2017 Nicaragua als das viertgefährdetste Land der Welt bezeichnet. Es sind aber nicht nur direkte Wetterereignisse wie Wirbelstürme und Überschwemmungen, die sich existenzgefährdend für Kleinbauern auswirken, Probleme wie Trockenheit, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge gefährden die Kaffeeproduktion und die Lebensgrundlage der Bauernfamilien seit Jahren.

Heidelberger Partnerschaftskaffee hat für Biobauern neues Förderprogramm entwickelt

Deshalb hat der Heidelberger Partnerschaftskaffee in Zusammenarbeit mit der Kooperative La Providencia für Biobauern im nördlichen Berggebiet Nicaraguas (Kilambé) ein neues Förderprogramm entwickelt. Eines der wichtigsten Probleme ist die Sicherstellung der Wasserversorgung für die Menschen und die Verarbeitung des Kaffees. Durch das vom Heidelberger Partnerschaftskaffee geförderte Klimaprojekt sollen über 30 Familien die Möglichkeit erhalten, ihre Produktion besser an den sich verstärkenden Klimawandel anzupassen.

Zu dem Projekt gehören verschiedene Elemente:

  • Schulung der Bauern durch Agrartechniker für eine angepasste Produktionsweise im Bioanbau.
  • Der bessere Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser.
  • Die Neupflanzung von Bäumen in Quellgebieten und
  • die Verbesserung der Infrastruktur durch den Aufbau von Wasserrückhaltebecken und Wasserspeicher auf den verstreut liegenden kleinen Fincas.

Bei der Realisierung des Projektes ist es vorgesehen, dass die Bauernfamilien aus der Kooperative selbst die Rückhaltebecken und Wasserspeicher in Eigenleistung aufbauen. Die dafür notwendigen Baumaterialien erhalten sie als Schenkung, eine Anleitung für die Arbeiten erfolgt durch die erfahrenen Agrartechniker der Kooperative. Die Projektförderung hat das Ziel, die Gefahren des Klimawandels für die Bauernfamilien zu reduzieren und durch die Anpassung der Produktion auch längerfristig die Lebensgrundlage der Familien zu sichern. Finanziert wird das Projekt durch den Klimafonds der Stadt Heidelberg und vom Verein Heidelberger Partnerschaftskaffee mit je 4.400 Euro und mit einem Eigenanteil der Kooperative La Providencia von 3.386 Euro.

Wie wichtig eine möglichst schnelle Reduzierung der CO2-Emissionen weltweit ist, zeigt die aktuelle Überschwemmungssituation in Mittelamerika. Alleine in Nicaragua wurden über 6.000 Menschen durch Überschwemmungen aus ihren Häusern vertrieben. Steigende Meerestemperaturen führen auf der mittelamerikanischen Landbrücke zu extremeren Wettersituationen. Auch die für das Projekt vorgesehenen Transporte von Baumaterialien in Wiwili konnten deshalb bisher nicht durchgeführt werden.

Weitere Informationen:
www.partnerschaftskaffee.de

By |Montag, 22. Oktober 2018|