DKFZ NCT Jubiläum

V.li.: Mäzen Dietmar Hopp, Otmar Wiestler (Vorstandsvorsitzender des DKFZ), Johanna Wanka (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Theresia Bauer (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg) und Josef Puchta (kaufmännischer Vorstand des DKFZ). Foto: Tobias Schwerdt

Bund und Land Baden-Württemberg werden den Ausbau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zu einem Spitzenzentrum der individualisierten Krebsmedizin finanzieren. Dies verkündeten Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, bei der Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) am 31. Oktober 2014.

Individualisierte Medizin

„Die Zukunft des NCT liegt darin, jedem Patienten und jeder Patientin künftig eine maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. Das ist das Herzstück der individualisierten Medizin, die der Bund auch mit einem eigenen Aktionsplan gezielt stärkt“, sagte Prof. Johanna Wanka und ergänzte: „Die Bundesregierung wird dauerhaft die zusätzlichen Mittel bereitstellen, damit das NCT dieses Ziel erreicht und sich zu einem der führenden Zentren in der individualisierten Krebsforschung in Europa und weltweit entwickelt.“

Für die Finanzierung des Ausbaus stocken Bund und Land Baden-Württemberg nun gemeinsam gemäß dem Helmholtz-Schlüssel 90:10 das DKFZ-Budget auf: Beginnend in 2015 mit fünf Millionen Euro und jährlich wachsend, bis in 2019 die volle Förderung von 25 Millionen Euro erreicht ist. Darüber hinaus stellt das Land Baden-Württemberg 20 Millionen zur Aufstockung des NCT-Gebäudes zur Verfügung. Weitere 15 Millionen Euro vom Bund und Land Sachsen (90:10) sind für den Aufbau der neuen NCT-Außenstelle in Dresden bestimmt.

Ausbau stärkt Position in Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und -medizin

„Der Ausbau zum ‚NCT 3.0‘ stärkt Heidelbergs Position in der Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und Krebsmedizin; mit neuen Möglichkeiten bei der Erfassung der genetischen Grundlagen von Krebs sowie gezielten neuen Therapien für die Patienten“, sagte Ministerin Theresia Bauer.

Das NCT Heidelberg wurde 2004 vom DKFZ, Universitätsklinikum Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe gegründet. Seine interdisziplinäre Tumorambulanz ist das zentrale Eingangsportal für alle Heidelberger Krebspatienten. Im NCT verwirklichen die beteiligten Partner eine Kombination aus tumorbiologischer Forschung und innovativer Krebsmedizin.

NCT: führendes Comprehensive Cancer Center in Europa

Das Konzept des NCT hat sich als überaus erfolgreich erwiesen: Mehrere internationale Gutachten haben ihm außerordentliche Erfolge attestiert, es gilt als das führende Comprehensive Cancer Center in Europa. Bei der molekularen Tumoranalyse nimmt das NCT schon heute international eine Vorreiterrolle ein. Die große Resonanz zeigt sich auch an den derzeit etwa 50.000 Patientenkontakten pro Jahr, die das NCT-Gebäude mehr als auslasten. Waren es zu Beginn lediglich 3.000 neu an Krebs erkrankte Patienten, die sich an das NCT wandten, waren es 2013 schon mehr als 12.000. Auch die Kapazitäten der molekularen Tumoranalyse sind an ihre Grenzen geraten.

„Die Heilungsraten bei Krebs liegen heute bei 50 bis 60 Prozent“, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ. „Bei fortgeschrittenen Tumorleiden können wir den Betroffenen jedoch kaum noch wirksame Behandlungen anbieten. Nur durch eine umfassende Analyse des individuellen Tumorgewebes lassen sich charakteristische Strukturen der Krebszellen entdecken, die wir mit modernen Medikamenten attackieren können. In einem ausgebauten ‚NCT 3.0‘ werden noch sehr viel mehr Patienten von diesen zukunftsweisenden Technologien profitieren“.

Ausbau soll möglichst bald beginnen

„Wir sind Bund und Land für diesen großzügigen Aufwuchs außerordentlich dankbar“, sagte Prof. Josef Puchta, der kaufmännische Vorstand des DKFZ. „Für die Aufstockung haben wir gemeinsam mit unseren Architekten bereits die Planungen aufgenommen, um den Ausbau möglichst bald in Angriff nehmen zu können.“