Heidelberg Campbell und Mark Twain Village

Luftbildaufnahme Campbell Barracks und Mark Twain Village. Foto: Kay Sommer

(pm). Mit dem Bürgerforum am 12. Oktober 2012 fiel der Startschuss für die zweite Phase des Dialogischen Planungsprozesses. Die Resonanz auf die Informations- und Auftaktveranstaltung in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums war groß: Über 300 Heidelbergerinnen und Heidelberger waren gekommen, um sich über den aktuellen Sachstand der Konversion zu informieren und die künftige Entwicklung in der Südstadt zu diskutieren. Dabei standen zunächst die Areale beidseits der Römerstraße im Mittelpunkt: Mark Twain Village und Campbell Barracks.

OB Würzner: „Viel Platz für Ihre Ideen“

Zum Auftakt hob Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner die wichtige Rolle der Bürgerbeteiligung beim Konversionsprozess hervor: „Sie alle gestalten die Zukunft aktiv mit“. Er freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung und dankte für die bereits vorliegenden Konzepte verschiedenster Initiativen. „Wir wollen Ihren Sachverstand und Ihre Vorschläge nutzen, um die Flächen bestmöglich zu entwickeln. Die frei werdenden Flächen sind riesig, es gibt genug Platz zur Verwirklichung vieler Ideen.“

Neben allgemeinen Informationen zum Sachstand rund um die vorbereitenden Untersuchungen gab es für die Bürger die Möglichkeit, an sechs Thementischen, die aus ihrer Sicht notwendigen und umsetzbaren Entwicklungsperspektiven für die Südstadt zu formulieren. Das interaktive Arbeiten zu den Themen Wohnen, Freiraum, Mobilität/Vernetzung, Stadtteilmitte / Nahversorgung und Soziale Infrastruktur fand großen Zuspruch. Die Vielfalt der vorgetragenen Ideen und die z.T. durchaus kontroversen Diskussionen regten den Gedankenaustausch an.

Vielfalt und Lebendigkeit sind gefragt

Abschließend waren die Teilnehmer aufgerufen, zu den drei Themen Wohnen, Freiraum und Stadtteilzentrum mittels Vergabe von Punkten ihre Prioritäten zu setzen. Eine klare Tendenz zeigte sich dabei beim Thema Wohnen: Attraktiver und bezahlbarer Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen steht ganz oben auf der Wunschliste der Heidelberger. Dabei spielen u.a. auch Sonderwohnformen (z.B. Mehrgenerationenwohnen, Betreutes Wohnen für Senioren und Behinderte, Baugruppen, Mietkauf-Angebote) eine große Rolle. Wichtig war allen Beteiligten, dass sich die entstehenden Wohngebiete auch gesellschaftlich relevanten Themen wie Integration annehmen. Ghettoisierung und Verdrängung waren eindeutig unerwünscht. Für viele Teilnehmer standen Freizeit-, Spiel- und Grünflächen, Parks und eine anspruchsvolle architektonische Gestaltung im Fokus. Der Neustart auf diesen Flächen biete schließlich auch Raum für experimentelles Bauen, abseits vom Konventionellen.

Römerstraße neu definieren

Bei Fragen der Infrastruktur herrschte große Einigkeit darüber, dass die Römerstraße als künftige zentrale Verkehrsachse in der Südstadt neu definiert werden müsse. Themen wie Rückbau, Geschwindigkeitsreduzierung durch Kreisverkehre, alternative Verkehrsachsen, verbesserte Überquerungsmöglichkeiten und Ausbau des ÖPNV, wurden ebenso diskutiert wie die Schaffung neuer Radwege. Unumstritten war die Notwendigkeit, eine multifunktionale Stadtteilmitte für das neue Quartier ins Leben zu rufen. Hierbei hoch im Kurs: der Paradeplatz.

Nächstes Bürgerforum Südstadt im Januar 2013

Das zweite Bürgerforum in Sachen Südstadt ist Ende Januar 2013 geplant. Bis dahin sollen die gesammelten Vorschläge fachlich bewertet und in erste Entwicklungsvarianten eingeflossen sein.

Weitere Informationen, Unterlagen zum Bürgerforum und Kontaktdaten zur Stadtverwaltung:

www.heidelberg.de/konversion

Auch im Nachgang zur Veranstaltung können weiterhin Ideen und Anregungen genauso wie Rückmeldungen zum Bürgerforum eingesandt werden unter:

buergerbeteiligung@heidelberg.de