Heidelberg: Grünes Gold statt Petrodollars – BUND begrüßt Alberto Acosta, Mit-Initiator der ITT-Initiative

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Heidelberg: Grünes Gold statt Petrodollars – BUND begrüßt Alberto Acosta, Mit-Initiator der ITT-Initiative

Die ITT-Initiative, mit der Ecuador den Umbau seiner ölbasierten Wirtschaft einleiten und den Yasuní-Nationalpark schützen möchte, erregte bei ihrem Bekanntwerden 2007 international große Aufmerksamkeit. Einer der Initiatoren ist Alberto Acosta, damals ecuadorianischer Minister für Energie und Bergbau und ein bekannter Kritiker des Entwicklungsmodells westlicher Prägung. Herr Acosta wird auf Einladung des BUND Heidelberg einen Vortrag zur ITT-Initiative und der aktuellen deutschen Rolle beim Schutz des Yasuní-Nationalparks halten. Dabei wird es insbesondere um die Stärken und Schwächen des ITT-Konzepts gehen. Der Referent wird aus ecuadorianischer Sicht einen möglichen Schutz des Nationalparks über den von Entwicklungshilfeminister Niebel favorisierten REDD+-Mechanismus beleuchten. Die möglichen Folgen der aktuellen deutschen Politik in Bezug auf den Erhalt des Nationalparks und der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Ecuador werden ebenfalls thematisiert.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 22. Mai 2012, um 20.00 Uhr (Literaturcafé, Poststraße 15) in Heidelberg statt. Der Vortrag wird auf spanisch gehalten mit deutscher Übersetzung. Der Eintritt ist frei.

Zum Hintergrund

Der Schutz des Yasuní-Nationalparks, des artenreichstes Regenwaldes der Welt, mittels des neuartigen ITT-Konzepts, hat in Deutschland zu heftigen Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern der Initiative geführt. Nach einer anfänglichen parteiübergreifenden Zustimmung zu der Initiative hat die Bundesregierung 2011 eine deutsche Beteiligung am ITT-Fonds abgelehnt. Treibende Kraft hinter dieser Ablehnung war Entwicklungshilfeminister Niebel, in dessen Zuständigkeit eine mögliche deutsche Beteiligung an dem Projekt fällt. Er unterstützt den Schutz dieses einzigartigen Gebietes, sieht aber den ITT-Mechanismus als nicht zielführend an. Dieser sieht vor, Ecuador für den Verzicht auf eine Ölförderung im Nationalpark zu entschädigen. Mittlerweile sind Verhandlungen über einen Alternativvorschlag zum Schutz des Nationalparks zwischen dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Ecuador geplant. Der Alternativvorschlag sieht vor, dass Deutschland im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit Ecuador beim Schutz des Parks unterstützt. Dafür sind 50 Millionen Euro über mehrere Jahre vorgesehen.

Trotz der vergleichbaren Ziele unterscheiden sich beide Ansätze fundamental. Die ITT-Initiative wurde im Rahmen des „Buen Vivir“ entwickelt, eines Entwicklungskonzeptes, das nicht mehr den westlichen Wachstumsbegriff in den Mittelpunkt staatlicher Wirtschaftspolitik stellt. Stattdessen rückt das menschliche Zusammenleben nach ökologischen und sozialen Normen in den Mittelpunkt. Gutes Leben bedeutet in diesem Kontext mehr als wirtschaftliches Wachstum und materieller Wohlstand. Zentral ist ein gemeinschaftliches Leben im Einklang mit und nicht auf Kosten der Natur und anderer Menschen sowie die Wahrung kultureller Identitäten.1

1Quelle: http://www.attac-netzwerk.de/ag-lateinamerika/buen-vivir/?L=2

Pressemitteilung des BUND Heidelberg vom 14. Mai 2012

By |Mittwoch, 16. Mai 2012|