Heidelberg: Grundstein für „Dietmar-Hopp – Stoffwechselzentrum“ im Uniklinikum gelegt

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Heidelberg: Grundstein für „Dietmar-Hopp – Stoffwechselzentrum“ im Uniklinikum gelegt

Heidelberg Analysezentrum Grundstein

Bei der Grundsteinlegung (v.l.): I. Gürkan, Kaufmännische Direktorin, Prof. G. Adler, Leitender Ärztlicher Direktor, K. Tönshoff, Leiterin Geschäftsstelle Dietmar Hopp-Stiftung, Prof. G. Hoffmann, Geschäftsführender Direktor Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. M. Wannenmacher, Dietmar Hopp-Stiftung, Ministerialdirigent C. Benz, Prof. D. v. Fournier, Dietmar Hopp-Stiftung, OB Dr. E. Würzner. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Das Universitätsklinikum Heidelberg hat am 4. März 2013 den Grundstein für den Neubau des „Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrums / Analysezentrum III“ gelegt. Dort werden Diagnostik und Erforschung von angeborenen Stoffwechselerkrankungen europaweit einzigartig auf höchstem Niveau betrieben. Der Neubau wird von der Dietmar Hopp-Stiftung mit 9 Millionen Euro unterstützt. Das neue dreistöckige Gebäude soll im ersten Quartal 2014 in Betrieb genommen werden. Es ist dem Zentrallabor des Universitätsklinikums benachbart und verfügt über insgesamt rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche. Die Gesamtkosten des Gebäudes liegen bei rund 12,5 Millionen Euro. Der Neubau bringt auch logistische Vorteile: Erstmals sind alle Labore der klinisch-chemischen / biochemischen Analytik des Klinikums an einem Standort zentral untergebracht.

Dietmar Hopp-Stiftung hilft Kindern und Familien

„Für mich ist es immer sehr eindrucksvoll zu hören, dass es möglich ist, mit wenigen Tropfen Blut bereits am 2. Lebenstag  alle Stoffwechselkrankheiten, die in Deutschland aktuell gescreent werden, innerhalb kürzester Zeit zu diagnostizieren,“ sagte Dietmar Hopp anlässlich der Grundsteinlegung. „Damit konnte vielen hundert Familien in den letzten Jahren Leid durch frühzeitige Therapie erspart werden. Ich freue mich, dass Diagnostik und Forschung des Universitätsklinikums Heidelberg mit Errichtung des neuen Stoffwechselzentrums weiter optimiert werden können.“

Die Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren in hohem Maße für die frühe Diagnostik und die Erforschung von angeborenen Stoffwechselerkrankungen am Heidelberger Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Durch die umfangreiche Unterstützung des Neugeborenen-Screenings auf angeborene Stoffwechselerkrankungen konnte bereits vielen Familien mit betroffenen Kindern geholfen werden. Das neue Stoffwechselzentrum kommt zudem der Verbesserung der Situation von Kindern mit seltenen Erkrankungen zugute und knüpft direkt an das Engagement der Stiftung durch die umfangreichen bisherigen Spenden für das Neugeborenen-Screening an.

Stoffwechselzentrum arbeitet auf internationalem Niveau

Das Leistungsprofil und die Forschungsaktivitäten zu angeborenen Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Heidelberg sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet worden. „Wir sind Herrn Hopp und seiner Stiftung außerordentlich dankbar. Ohne sein Engagement wäre es nicht möglich gewesen, diesen Bereich  an einem Ort unterzubringen und weiter auszubauen“, sagte Prof. Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg. Durch die engere Zusammenarbeit der bislang getrennten Labore und die Bündelung von Technik und Logistik seien weitere Fortschritte bei Forschung und Diagnostik von angeborenen Stoffwechselerkrankungen zu erwarten. „Die Möglichkeiten des Uniklinikums werden mit dem neuen Gebäude entscheidend verbessert; Kinderklinik und Stoffwechselzentrum können international auf höchstem Niveau arbeiten.“

Pro Jahr werden 150.000 Blutproben gescreent

Im Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrum, das von Mitarbeitern des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin unter Leitung des Geschäftsführenden Direktors Prof. Dr. Georg Hoffmann betrieben wird, werden künftig Blutproben von rund 150.000 Neugeborenen pro Jahr aus dem In- und Ausland gescreent und über 50.000 Spezialuntersuchungen durchgeführt. Stoffwechselerkrankungen werden wissenschaftlich auf ihre genetischen Grundlagen und Krankheitsmechanismen untersucht sowie neue Therapieoptionen entwickelt. „Die Konstellation ist europaweit einzigartig: Nun können wir Routinediagnostik, Grundlagenforschung und Behandlung unter einem Dach betreiben“, sagte Prof. Hoffmann. Das Zentrum wird sich zudem maßgeblich an der internationalen Entwicklung von Leitlinien und der Weiterbildung von Ärzten in der pädiatrischen Stoffwechselmedizin sowie dem Aufbau von Registern beteiligen, in dem die Patientendaten gesammelt und ausgewertet werden.

„In Heidelberg verfügen wir über eine Expertise und technische Ausstattung, die vor allem durch enge Vernetzung von Forschung und Patientenversorgung gekennzeichnet ist“, so Prof. Hoffmann. Dieses Angebot wird von anderen Bundesländern, aber auch von außereuropäischen Staaten wie dem Emirat Katar genutzt, das jährlich die Blutproben von 20.000 Neugeborenen in Heidelberg screenen lässt.

Laborflächen für Gesundheitsforschungszentren

„Der Neubau des Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrums hat uns auch die Möglichkeit eröffnet, weitere dringend benötigte Laborflächen bereit zu stellen“, erklärte Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg. Vor allem die vier Deutschen Gesundheitszentren, denen Klinikum und Medizinische Fakultät angehören, profitieren von dem Neubau. Ein Stockwerk des neuen Gebäudes bietet Laborfläche für das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, dem die Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pulmologie des Universitätsklinikums Heidelberg angehört. Die früheren Labors des Stoffwechselzentrums in der alten Kinderklinik können nun von Wissenschaftlern der Gesundheitszentren und anderer Forschungsschwerpunkte genutzt werden.

Die Dietmar Hopp-Stiftung

Die Dietmar Hopp-Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, rund 330 Millionen Euro ausgeschüttet. Gefördert werden gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Sport, Medizin, Soziales und Bildung. Um kraftvoll und nachhaltig Nutzen in den vier Förderbereichen zu stiften, verwirklicht die Dietmar Hopp-Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke ferner durch gezielte Förderaktionen. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Die Dietmar Hopp-Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.

By |Freitag, 8. März 2013|