Heidelberg: Grenzwert für Stickstoffdioxid erstmals eingehalten

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Heidelberg: Grenzwert für Stickstoffdioxid erstmals eingehalten

Im Heidelberger Stadtgebiet wird erstmals der Stickstoffdioxid-Grenzwert flächendeckend eingehalten. Die baden-württembergische Landesanstalt für Umwelt (LUBW) hat am 23. Januar 2018 darüber informiert, dass im Jahr 2017 der NO2-Jahresmittelwert an der Messstelle in der Mittermaierstraße in Bergheim – dem höchstbelasteten Straßenabschnitt in Heidelberg – unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Quadratmeter lag. Dies gilt auch für alle anderen Straßenabschnitte der Heidelberger Umweltzone und des restlichen Stadtgebiets. Damit ist eine weitere Verschärfung der Fahrverbote in der Heidelberger Umweltzone unwahrscheinlich.

Das aktuelle Messergebnis zeigt, dass die Anstrengungen der Stadt Heidelberg zur Luftreinhaltung greifen. Der eingeschlagene Weg ist erfolgreich, muss aber verstetigt werden. Erforderlich sind weitere Projekte zum Umstieg auf emissionsfreie Antriebskonzepte, die bald umgesetzt werden müssen – beispielsweise E-Linienbusse und eine elektrifizierte städtische Fahrzeugflotte.

Schadstoffwerte in der Luft sind in den vergangenen Jahren regelmäßig gesunken

Die gemessenen Stickstoffdioxid-Werte am Spotmesspunkt Mittermaierstraße gehen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2004 kontinuierlich zurück. Zu diesem Erfolg hat u.a. die im Januar 2010 eingerichtete Umweltzone beigetragen. Der Wert spiegelt aber auch wider, dass immer modernere Fahrzeuge unterwegs sind, die weniger Schadstoffe ausstoßen. Einen kräftigen Schub hat diese Entwicklung durch die im Jahr 2009 eingeführte, sogenannte „Abwrackprämie“ genommen.

2006 bis 2008 war die Messstelle in der Mittermaierstraße aufgrund einer Großbaustelle abgebaut worden. Ersatzstandort für die Messung war die Spotmessstelle Karlsruher Straße / Rohrbach-Markt, an der zuvor die zweithöchsten Werte in Heidelberg gemessen wurden. Für 2008 gab es wegen der Umstellung an beiden Stationen zu wenig Daten für die Erhebung eines Jahresmittelwerts.

Anreize zum Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität

Zur Reduzierung der Luftschadstoffe setzt die Stadt Anreize zum Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität, verbessert das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs und baut die Radverkehrsinfrastruktur aus. Die Stadt unterstützt mit dem Förderprogramm „Umweltfreundlich mobil“ den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Personennahverkehr. In 2017 haben 80 Heidelberger ihr Auto abgemeldet und dafür gratis ein RNV-Jahresticket erhalten. Die Stadt hat zudem 50 Zuschüsse für ein umweltfreundliches Erdgas-, Hybrid- oder Elektrofahrzeug vergeben (www.heidelberg.de/foerderprogramm).

Grundsätzlich durchlüftet der Neckartalabwind Heidelberg gut, und die großen Waldflächen senken die Schadstoffkonzentration. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2017 haben landesweit günstige meteorologische Verhältnisse die Schadstoffbelastung in der Luft gesenkt. Bei ungünstigeren meteorologischen Verhältnissen können zukünftige Grenzwertüberschreitungen in Heidelberg noch nicht ausgeschlossen werden.

By |Donnerstag, 25. Januar 2018|