Heidelberg: Greenpeace forderte mit Flashmob mehr Waldschutz. Baden-Württemberg braucht einen Nationalpark

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Heidelberg: Greenpeace forderte mit Flashmob mehr Waldschutz. Baden-Württemberg braucht einen Nationalpark

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Foto: Philipp Sommer / Greenpeace

(pm). Mehr Waldschutz in Baden-Württemberg forderten Greenpeace-Aktivisten am vergangenen Samstag, 7. Juli 2012, mit einem Flashmob auf dem Heidelberger Universitätsplatz. Etwa 50 Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Rentner stellten durch grün-braune Kleidung den natürlichen Wald dar. Zum Krach einer Kettensäge fielen die Aktivisten um – und ein Banner wurde entrollt mit der Forderung: „Nationalpark Schwarzwald! Mehr Waldschutz in Baden-Württemberg!“ Passanten konnten die Forderung mit ihrer Unterschrift auf einem 1 x 2 Meter großen Banner unterstützen.

Keine Forstwirtschaft für zehn Prozent der öffentlichen Wälder

Laut der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2007 sollen bis 2020 zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen werden. Dieses Ziel hat ebenfalls die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. „Jetzt müssen Taten folgen, denn bislang ist in Baden-Württemberg noch zu wenig passiert“ so Luis Scheuermann, Nationalparkbeauftragter von Greenpeace. Seit der Verabschiedung der Biodiversitätsstrategie vor 5 Jahren sind noch keinerlei großflächige Waldflächen dauerhaft der natürlichen Waldentwicklung überlassen worden.

Neben Rheinland-Pfalz ist Baden-Württemberg das einzige Flächenbundesland ohne Nationalpark. „Ein großer natürlicher Wald fehlt in Baden-Württemberg“, so Scheuermann. „Von kleinen Sprösslingen bis zu alten Baumriesen, so eine Mischung findet man so gut wie gar nicht.“ Im Gegensatz zu sich selbst überlassenen Wäldern erreichen Bäume in Wirtschaftswäldern nur selten ein hohes Alter.

Ein Nationalpark liefert einen wichtigen Beitrag zur Rettung vieler Tier- und Pflanzenarten der ehemaligen Urwälder, die in forstwirtschaftlich genutzten Flächen nicht überleben können. Die sich selbst überlassenen Wälder sind auch wichtige Lernflächen für eine wirklich naturnahe und zukunftsfähige Waldbewirtschaftung. Ein Nationalpark ist ein Zugpferd für die regionale Tourismuswirtschaft und erhält dauerhaft regionale Arbeitsplätze. Dies zeigen die Entwicklungen beim Nationalpark Bayrischer Wald.

Im Waldschutz aufholen: Baden-Württemberg bundesweit auf vorletztem Platz

Baden-Württemberg liegt nach Berechnungen der unabhängigen Umweltschutzorganisation im bundesweiten Vergleich mit weniger als einem halben Prozent geschützter Waldfläche auf dem vorletzten Platz. „Die Landesregierung hat sich die richtigen Ziele für Waldschutz und naturnahe Waldbewirtschaftung gesteckt, muss diese allerdings zügig umsetzen“, so Scheuermann. Im Koalitionsvertrag steht, dass die Landesregierung die Einrichtung eines Nationalparks anstrebe. Die Natur solle sich auf 75 Quadratkilometern, der sogenannten Kernzone des Nationalparks, ungestört entwickeln.

By |Montag, 9. Juli 2012|