Heidelberg: Beginn der Vegetationszeit am 1. März. Roden von Gehölzen noch bis Ende Februar erlaubt

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Heidelberg: Beginn der Vegetationszeit am 1. März. Roden von Gehölzen noch bis Ende Februar erlaubt

Tiere und Pflanzen sind in der Vegetationszeit mit Beginn vom 1. März bis zum 30. September wieder besonders zu schützen. Die Stadt Heidelberg als Untere Naturschutzbehörde bittet die Bürgerinnen und Bürger zum Schutz der heimischen Flora und Fauna beizutragen und die Vorgaben der Naturschutzgesetze zu beachten. In den stark besiedelten Gebieten einer Stadt sind private Gärten wichtige Rückzugsgebiete für Flora und Fauna. Insbesondere Vögel sind zur Aufzucht ihrer Jungen auf Hecken, Sträucher und Bäume angewiesen. Nur wenn sie ungestört bleiben, haben diese Arten auch in Zukunft eine Chance zu überleben.

Schutzzeitraum beachten

Zum Schutz von Gehölzen und Pflanzen ist es in der Vegetationszeit verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes oder gärtnerisch genutzten Grundflächen (z.B. Haus- und Ziergärten) stehen, zu entfernen. Es ist ebenfalls nicht erlaubt, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze gänzlich abzuschneiden oder auf Stock zu setzen. Damit sollen das Blütenangebot für Insekten und Verstecke sowie Brut- und Nistplätze für Vögel und Kleinsäuger sichergestellt werden.

Schonende und fachgerechte Form- oder Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses von Gebüschen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen sind zulässig. Dazu gehört z.B. auch der Sommerschnitt von Obstbäumen. Folgende gesetzliche Bestimmungen sind hierbei zu beachten:

Auch bei den zulässigen Pflegearbeiten dürfen Tiere der besonders und streng geschützten Arten (z.B. alle Vogelarten, Fledermäuse, Amphibien- und Reptilienarten) nicht zu Schaden kommen, verletzt oder gar getötet werden. Dies gilt auch für ihre Entwicklungsformen (z.B. Eier). Während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser und Wanderzeiten dürfen die Tiere nicht derart gestört werden, dass sich ihr lokaler Bestand verschlechtert. Außerdem ist darauf zu achten, dass Fortpflanzungs- oder Ruhestätten (z.B. Nester) nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden.

Durch die Baumschutzsatzung der Stadt Heidelberg sind ganzjährig alle Bäume geschützt, die innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile bzw. im Geltungsbereich rechtswirksamer Bebauungspläne stehen und in einem Meter Höhe über dem Erdboden einen Stammumfang von mehr als 100 (Obstbäume von mehr als 80) Zentimeter haben. Ein Entfernen dieser Bäume bedarf der Erlaubnis durch das Umweltamt der Stadt Heidelberg. Bei genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen wird über Baumfällungen im Rahmen der Baugenehmigung entschieden.

Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen

Zum Schutz und Erhalt von Schilfbewohnern dürfen Röhricht- und Schilfbestände in Flachwasser- und Uferrandbereichen (z.B. am Neckarufer) während der Vegetationsperiode nicht zurückgeschnitten werden. Außerhalb der Vegetationszeit darf ein Rückschnitt nur abschnittsweise erfolgen, da viele Arten für die Überwinterung bzw. das Besiedeln dieser Bestände auf stehende Halme des vergangenen Jahres angewiesen sind.

Die Untere Naturschutzbehörde beim Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg empfiehlt, anstehende Gartenarbeiten noch rechtzeitig vor Beginn der Vegetationszeit durchzuführen.

Keine Regel ohne Ausnahme

Die genannten Regelungen gelten jedoch nicht immer für zulässige Bauvorhaben. In Einzelfällen kann es sein, dass Gehölze auch während der Vegetationszeit entfernt werden dürfen. Selbst die besonderen artenschutzrechtlichen Bestimmungen können hier nicht immer in vollem Umfang berücksichtigt werden.

Weitere Informationen

Bei Fragen, insbesondere auch zum Artenschutz, stehen die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung unter:

Telefon 0 62 21/58 18-1 20, -1 30 oder -1 70

Bundesnaturschutzgesetz: www.gesetze-im-internet.de

Baumschutzsatzung: www.heidelberg.de (Rubrik Rathaus / Ortsrecht Nr. 3.16 oder in der Suche „Baumschutzsatzung“ eingeben).

By |Montag, 28. Januar 2013|