Heidelberg: Bahnstadt-Bewohner verbrauchen nur die Hälfte der Wärmeenergie

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Heidelberg: Bahnstadt-Bewohner verbrauchen nur die Hälfte der Wärmeenergie

Die Heidelberger Bahnstadt ist ein Vorzeigestadtteil beim Umwelt- und Klimaschutz: Die Bewohner der Passivhaus-Siedlung haben von 2014 bis 2017 nur die Hälfte an Wärmeenergie für Heizung und Warmwasser im Vergleich zu Bewohnern von Mehrfamilienhäusern mit Fernwärme-Anschluss verbraucht. Die Wohngebäude in der Bahnstadt erreichen beim Heizenergieverbrauch die beim Passivhaus-Standard angestrebten Werte. Zudem wird in Kombination mit dem Holzheizkraftwerk der Stadtwerke Heidelberg im Pfaffengrund eine fast CO2-neutrale Versorgung des Stadtteils erreicht. Zu diesen Ergebnissen kommt das Energie-Monitoring, das kürzlich im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt worden ist.

Für die Studie wurden die Wärmeverbrauchs- und Stromdaten von 2.268 Wohnungen in der Bahnstadt mit einer Gesamtfläche von mehr als 153.000 Quadratmetern untersucht. Sie bieten das Zuhause von rund 3.800 Menschen. Die Passivhaus-Wohnungen in der Bahnstadt zeichnen sich durch entsprechende Dämmmaßnahmen, Wärmebrückenreduzierung und den Einbau von Lüftungsanlagen aus.

Die Ergebnisse für die Wohngebäude:

Heizenergieverbrauch: im Mittel zwischen 14 und 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr (kWh/m²/a) – damit werden die Vorgaben an Passivhäuser erfüllt.

Verbrauch an Fernwärme für alle Wärmeanwendungen (Heizung, Warmwasser, Verteil- und Speicherverluste): 54 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr – das ist in etwa die Hälfte des Verbrauchs von Mehrfamilienhäusern deutschlandweit im Durchschnitt; bundesweit erreicht nicht einmal jedes zehnte Wohngebäude den Wert der Bahnstadt; die besten Gebäude in der Bahnstadt verbrauchen gar weniger als 40 kWh/m²/a.

Stromverbrauch: 27 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr im Mittel – das zeigt, dass trotz Einbeziehung von Allgemeinbeleuchtung, Aufzug und Lüftungsanlagen kein erhöhter Stromverbrauch bei Passivhäusern auftritt.

CO₂-Emissionen: 0,13 Tonnen pro Person und Jahr – eine Einsparung von rund 94 Prozent gegenüber anderen Gebäuden in Heidelberg (zwei Tonnen pro Person und Jahr); das entspricht annährend den Zielen des Masterplans 100 % Klimaschutz der Stadt Heidelberg.

Zugleich hat das Energie-Monitoring auch gezeigt, dass in einzelnen Gebäuden noch Verbesserungen bei den technischen Einstellungen möglich sind. Das Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie der Stadt Heidelberg setzt sich für eine kontinuierliche Überprüfung der technischen Anlagen und Einstellparameter in den Passivhaus-Gebäuden in der Bahnstadt ein und hat hierzu bereits Kontakt mit Eigentümern aufgenommen.

By |Freitag, 15. März 2019|