Heidelberg Ausstellung Mensch Mikrobe

Bedrohung aus dem Wasser: In einem Wasseruntersuchungs-Koffer aus der Zeit Robert Kochs sind Modelle von Krankheitserregern zu sehen, die durch kontaminiertes Wasser übertragen werden können. Hinten (v.l.): Entamoeba histolytica (Erreger der Amöbenruhr); Legionelle (Auslöser der Legionärskrankheit); Hepatitis-A-Virus. Vorne: Pärchenegel (Verursacher der Bilharziose); Salmonella typhi, das Typhus-Bakterium. Foto: Ansgar Meemken

(pm). Noch bis 21. Dezember 2012 präsentieren das Robert Koch-Institut (RKI) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam mit der Universität und dem Universitätsklinikum Heidelberg die Wanderausstellung „MenschMikrobe – Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“ auf dem Heidelberger Uni-Campus Im Neuenheimer Feld. Die in ihrer Form bisher einzigartige Schau von DFG und RKI bietet mit interaktiven Exponaten, Audio-Features und anschaulichen Texten einen Einblick in das heutige Wissen über Bakterien, Viren und Parasiten – und verdeutlicht zugleich die historische und soziale Dimension der Epidemien. Anlässlich der Ausstellung hält der Medizin-Nobelpreisträger von 2008, Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Harald zur Hausen, am 19. Dezember (18.30 Uhr) am Ausstellungsort einen öffentlichen Sondervortrag zur Bedeutung der Infektionsforschung für die Krebsmedizin. Feierlich eröffnet wurde die Ausstellung am 30. Oktober.

„MenschMikrobe“ greift mit der Infektionsforschung ein hierzulande wie weltweit bedeutendes Thema auf. Dabei richtet sich die ebenso fundierte wie lebendig gestaltete Schau an ein breites Laienpublikum und ist auch für Kinder geeignet. Die ästhetisch anspruchsvollen Ausstellungswände aus Glas werden durch Mitmach-Exponate ergänzt, z.B. eine virtuelle Pandemie-Simulation, ein Krankenhaus-Modell zum Erkunden von Infektionsquellen und ein überdimensioniertes Stoffbakterium, das die Wirkungsweise von Antibiotika verständlich macht. Audio-Features erzählen von den sozialen und kulturellen Auswirkungen historischer Seuchenereignisse wie der Pest im Mittelalter oder der Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg. Spezielle Kindertexte und eine eigene Kinderstation bereiten grundlegende Zusammenhänge für junge Besucher ab dem Grundschulalter auf. Ein besonderes Angebot rund um „MenschMikrobe“ sind regelmäßige Führungen für Besucher und Schulklassen. Zudem halten Heidelberger Infektionsexperten und Historiker jeweils donnerstags allgemeinverständliche Abendvorträge zu Themen aus Infektionsforschung und Seuchengeschichte. Alle Angebote sind kostenlos. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Ins Leben gerufen wurde „MenschMikrobe“ anlässlich des hundertsten Todestages von Robert Koch, dem Mitbegründer der modernen Bakteriologie, im Mai 2010. An den bisherigen Standorten in Berlin, Bonn, Würzburg, Münster, Hamburg, Jena, München, Tübingen und Lübeck stieß die Ausstellung auf hohes Interesse bei Besuchern und Schulen und zog insgesamt rund 75.000 Personen quer durch alle Altersgruppen an, darunter 943 Schulklassen.

Die Ausstellung

  • Ort: Universität Heidelberg – Foyer im Hörsaalzentrum Chemie, Im Neuenheimer Feld 252, 69120 Heidelberg.
  • Geöffnet: bis 21. Dezember 2012, Mo – Mi und Fr 10.00 – 18.00 Uhr, Do 10.00 – 20.00 Uhr, Sa/So und Feiertag 10.00 – 16.00 Uhr.
  • Ganztags-Schließung: 21./23./24./25.11. und 8./9./14.12.
  • Kostenlose Besucherführungen Do um 17.15 Uhr sowie Sa/So und Feiertag 11.00 und 14.00 Uhr; kostenlose Schulklassenführungen nach Anmeldung.
  • Öffentliche Vorträge ab 8.11. jeweils Do um 18.30 Uhr am Ausstellungsort.
  • Sondervortrag Harald zur Hausen am Mi, 19.12., 18.30 Uhr, davor kostenlose Besucherführung um 17.15 Uhr
  • Eintritt: frei