Frankenthal: Depression bei älteren Menschen

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Frankenthal: Depression bei älteren Menschen

Zum Thema „Depression bei älteren Menschen“ referierte jetzt Dr. Jörg Breitmaier, Chefarzt des Krankenhauses zum Guten Hirten (Ludwigshafen), auf Einladung des Bündnisses für seelische Gesundheit Frankenthal. Vor einem interessierten Publikum stellte er die Entwicklung des Alters von früher bis heute dar.

Tod in der modernen Gesellschaft wird mit dem Alter in Verbindung gebracht

Aufgrund der früheren Kindersterblichkeit wurde das hohe Alter selten erreicht und daher auch nicht thematisiert. Sterben gehörte zu jedem Lebensalter dazu. Durch die Entwicklungen in der Medizin und verbesserten Lebensbedingungen insgesamt, wird der Tod in der modernen Gesellschaft nun erstmals mit dem Alter in Verbindung gebracht. Junge Menschen, Kinder sterben selten. So lautet eine These von Dr. Breitmaier auch, dass diese Veränderung im Bereich der natürlichen Lebenserwartung ein verändertes Lebensgefühl darstellt. Ältere Menschen müssten sich heutzutage mit dem Sterben als Teil ihres Alters auseinandersetzen.

Depression bei älteren Menschen zum großen Teil nicht erkannt

Anhand von Statistiken hob er hervor, dass Depressionen in allen Altersstufen gleich oft vorhanden sind. Eine Depression bei einem älteren Menschen wird jedoch zu einem großen Teil nicht erkannt. So werden gedrückte Stimmung, Inaktivität oder auch Rückzug von sozialen Beziehungen dem Alter zugesprochen. Dass dies jedoch durch eine Erkrankung geschieht, wird häufig nicht gesehen. Hinzu kommen die alterstypischen Begleiterkrankungen, die eine Diagnose noch erschweren.

Therapeuten stellen sich langsam auch auf Therapie von älteren Menschen ein

Die Frage nach adäquaten Behandlungsmethoden führte zu einer lebhaften Publikumsdiskussion. Besonders die Möglichkeit, auch hochbetagte Menschen psychotherapeutisch zu behandeln, ist noch nicht genügend ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und Behandler gerückt. Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Angebot einer psychotherapeutischen Behandlung, vor allem auch für ältere Menschen, flächendeckend nicht vorhanden ist. Herr Dr. Breitmeier hob hervor, dass die Therapeuten sich langsam auch auf die Therapie von älteren Menschen einstellen.

Zum Abschluss stellte Dr. Matthias Münch, Chefarzt der Psychiatrie, die Möglichkeiten der Behandlung in Frankenthal durch die Stadtklinik, niedergelassene Psychiater und der psychiatrischen Institutsambulanz vor.

By |Freitag, 19. Dezember 2014|