Eberbach: Gasnetz der Stadtwerke wird in 2013 teilweise saniert

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Eberbach: Gasnetz der Stadtwerke wird in 2013 teilweise saniert

In der Werksausschusssitzung am 17. Januar wurde im Rahmen der Beratung des Wirtschaftsplanes 2013 der Stadtwerke Eberbach beschlossen, in 2013 das seit 2000 laufende Sanierungsprogramm des Eberbacher Gasnetzes zu forcieren: ca. 2,3 km Erdgasleitungen sollen ausgetauscht werden. Anlass für diesen Bauplan ist eine Stellungnahme des Regierungspräsidiums Freiburg, in der mit Nachdruck eine zügigere Umsetzung der noch ausstehenden, sogenannten Graugusssanierung, gefordert wird. Grauguss ist ein Rohrmaterial, welches seit Beginn der Gasversorgung für den Bau von Gasversorgungsnetzen eingesetzt wird. In den 1990er Jahren hat man sich jedoch innerhalb ganz Deutschland dazu entschlossen, diesen Werkstoff sukzessive in den Gasversorgungsnetzen zu ersetzen. Der Grund dafür liegt in der erhöhten Bruchanfälligkeit gegenüber anderen Materialien.

Als man bei den Eberbacher Stadtwerken Anfang 2000 den Bestand an Graugussleitungen im Gasnetz erhob, stellte sich heraus, dass knapp 6 km des damals ca. 50 km langen Gasnetzes aus Grauguss besteht. Bis heute waren allerdings die Graugussstrecken im Eberbacher Netz nie auffällig. Die Bruchrate, gemessen in Brüchen pro Kilometer und Jahr, liegt nahe Null, wie auch bei den anderen Materialien, die im Gasnetz verbaut sind. Eine ganze Reihe anderer Maßnahmen der Stadtwerke sorgt zudem dafür, dass für die Bürger von dem Gasnetz keine Gefahr ausgeht. So wird durch regelmäßige Begehung des Gasnetzes, insbesondere der Graugussstrecken, mit sogenannten Spürsonden sehr schnell und zuverlässig festgestellt, ob Undichtigkeiten vorhanden sind. Treten doch einmal Undichtigkeiten auf, so sind die austretenden Gasmengen aufgrund des geringen Druckes, mit dem das Gasnetz betrieben wird, relativ gering. Der unmittelbare Austritt des Gases in die Umgebung ist bei diesen geringen Mengen unkritisch, da das Erdgas in freier Umgebung bei der Verwirbelung mit Luft kaum ein zündfähiges Gemisch bilden kann.

Problematisch kann es werden, wenn das Gas durch das Erdreich in Hohlräume wie z.B. Keller eindringen kann. Hier greift dann eine weitere Sicherheitsmaßnahme: Dem Eberbacher Erdgas wird ein Geruchsstoff beigemischt, der bereits in geringsten Konzentrationen vom menschlichen Geruchssinn wahrgenommen wird. Diese Wahrnehmung findet bereits bei Konzentrationen statt, die weit unter der Grenze liegt, bei denen sich Gas-/Luftgemische entzünden können. Damit wird sichergestellt, dass z.B. bei Gaseintritt in Gebäude dies rechtzeitig festgestellt wird.

Der bisher durchgeführte Austausch wurde insbesondere im Rahmen ohnehin anstehender Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Bei Erneuerungen von Straßenoberflächen, Austausch parallel verlaufender Wasser- und Abwasserleitungen war es zwingender Anlass, auch die Gasleitungen zu ersetzen. Doch das Austauschtempo ist der Energieaufsichtsbehörde zu gering. In Abstimmung mit der Behörde wurde man sich einig, dass in einer konzentrierten Aktion der Restbestand an Graugussleitungen in 2013 ausgetauscht werden soll. Etwa 900.000 Euro werden dafür in den Wirtschaftsplan zusätzlich einzuplanen sein.

By |Mittwoch, 23. Januar 2013|