Politik

Renate Künast, Bündnis ’90 / Die Grünen (M.), und PD Dr. Erhard Siegel (r.) auf der Pressekonferenz. Foto: St. Josefskrankenhaus Heidelberg

Gesunde Ernährung, ausreichend Sport, regelmäßige ärztliche Untersuchungen – die Regeln für ein gesünderes Leben kennt jeder. Und doch halten sich viele Menschen nicht daran. Eine Folge davon ist die Zunahme von an Diabetes erkrankten Menschen in Deutschland. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, hat „diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe“ Anfang März 2013 in einer Pressekonferenz in Berlin die Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt!“ vorgestellt. Der Vizepräsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und Chefarzt am Heidelberger St. Josefskrankenhaus Priv. Doz. Dr. Erhard Siegel präsentierte gemeinsam mit dem „diabetesDE“-Vorsitzenden Prof. Thomas Danne sowie dem Vorsitzenden des deutschen Hausärzteverbandes Dr. Ulrich Weigelt 20 Forderungen an die Politik, welche die Umsetzung einer nationalen Diabetes-Strategie zum Ziel haben. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis ’90/Die Grünen Renate Künast und der selbst an Diabetes erkrankte CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt unterstrichen mit ihrer Teilnahme an der Pressekonferenz die Bedeutung des Themas Diabetes.

Die Forderungen des Verbandes untergliedern sich in drei Teilbereiche: Erstens solle eine bestmögliche Versorgung der an Diabetes erkrankten Menschen gewährleistet werden. Der Patient müsse noch mehr in den Fokus von Politik und Medizin rücken, um ihn durch Beratung, Schulung und auch Honorierung in die Lage zu versetzen, mit seiner Krankheit umgehen zu können. Ebenfalls müsse die Forschung und Früherkennung weiter ausgebaut werden. Zweitens forderten die Vertreter von „diabetesDE“ gesetzliche Änderungen zugunsten eines gesünderen Lebensstils: u.a. eine Fett- und Zuckersteuer gegen Übergewicht, Verbot des Verkaufs von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken an Schulen sowie von Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel, verbesserte Kennzeichnung von Nahrungsmitteln mit BE-Angaben, oder Erweiterung des Schulsports. Drittens sollten die Betroffenen weiter gestärkt werden, z.B. durch Krankenkassen-Boni für Diabetiker, die in der Selbsthilfe aktiv sind.

Mit diesem Katalog an Forderungen hat „diabetesDE“ der Politik Hausaufgaben aufgegeben. Bei Renate Künast stießen Prof. Thomas Danne und PD Dr. Erhard Siegel damit auf offene Ohren, tritt die Politikerin doch selbst schon seit längerem für diabetesverhindernde Maßnahmen ein. Gleichzeitig sprach sie sich aber gegen eine Fett- und Zuckersteuer aus, da sie Aufklärung für grundsätzlich wirksamer halte als Verbote. Priv. Doz. Dr. Erhard Siegel setzte seinerseits einen Schwerpunkt auf die klinische Versorgung von an Diabetes erkrankten Menschen. Demnach litten derzeit 20 – 30 Prozent aller stationären Patienten in Krankenhäusern an Diabetes. Hier gebe es einen großen Bedarf an Ärzten, die eine Weiterbildung in diesem Bereich haben, um eine bestmögliche Therapie dieser Patienten zu ermöglichen. Auch müsse man Selbsthilfegruppen stärker mit einbeziehen, da diese Gruppen häufig Betroffene dabei unterstützen, die notwendigen Therapiemaßnahmen ein Leben lang durchzuhalten.

Weitere Informationen:

www.diabetes-stoppen.de