Glasarchitektur ist „in“. Sie verleiht dem Baukörper Offenheit und Leichtigkeit. Aus diesem Grund soll auch der geplante Luxor Filmpalast (Eppelheimer Straße) in Heidelberg eine neun Meter hohe Glasfront erhalten. „Dieser ästhetische Vorteil wird für unsere Vogelwelt durch die Tranzparenz von Glasflächen oder durch Spiegelungen leider immer mehr zum Verhängnis“, meint dazu die Umweltberaterin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Ilge Wilhelm: „Schätzungen gehen europaweit von etwa 240.000 Vögeln täglich (!) aus, die sich an dem für sie unsichtbaren Hindernis das Genick brechen.“

Dabei gibt es inzwischen Möglichkeiten, mit Glas vogelfreundlich zu bauen, beispielsweise mit einem neuartigen Vogelschutzglas. Wichtig ist es, bereits im Planungsstadium die Problematik zu berücksichtigen. „Die BUND-Umweltberatung wird sich dafür einsetzen, dass beim Luxor Filmpalast vogelfreundlich gebaut wird“, bekräftigt Ilge Wilhelm. Aber auch bei vielen bereits bestehenden problematischen Glasflächen könnten nachträglich Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Bei Spiegelungen helfen beispielsweise außenseitig angebrachte Insektenschutzgitter oder bei hoher Transparenz eine nur für Vögel sichtbare Markierung mit einem sogenannten „Birdpen“.

Beratung zum Thema und eine Broschüre gibt es beim BUND Heidelberg. Dort kann man auch melden, wo sich im Heidelberger öffentlichen Raum Glasflächen befinden, die häufig zu Todesfallen für Vögel werden.

BUND-Umweltberatung, Welthaus, Willy-Brandt-Platz 5 (Hauptbahnhof), Heidelberg
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