Bensheim: Winterquartier für geschützte Fledermausart

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Bensheim: Winterquartier für geschützte Fledermausart

Wo Jahrhunderte lang Marmor abgebaut wurde, werden künftig Fledermäuse sicher überwintern können: Der Eingangsbereich des historischen Stollens im Stadtteil Hochstädten in Bensheim soll für diesen Zweck saniert werden. Die Finanzierung der Maßnahmen teilen sich die Stadt Bensheim und die DB Station&Service AG auf Basis eines Vertrags: Demnach übernimmt die Stadt einen Anteil von rund 12.000 Euro netto an den Gesamtkosten von etwa 23.000 Euro netto.

NABU hatte auf  Schutz und Bedeutung des Stollens für Fledermäuse hingewiesen

Der Anstoß für eine Sanierung des Stolleneingangs kam bereits in Verbindung mit der Entwicklung rund um das Hochstädter Haus sowohl von der Stadt als auch vom Ortsbeirat selbst. Der NABU hatte in diesem Zusammenhang immer wieder auf den Schutz und die Bedeutung des Stollens für Fledermäuse hingewiesen. Mit der Bahn-Tochter Station&Service kam dann ein Partner hinzu, der dringend Ausgleichsmaßnahmen suchte und finanzielle Beteiligung anbot: Da beim Bau der neuen S-Bahn-Station Schwetzingen-Hirschacker naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind und der ungenutzte Stollen bei Bensheim-Hochstädten als Winterquartier der geschützten Bechsteinfledermaus großes Artenschutz-Potenzial aufzeigt, hat sich diese Maßnahme nach Ansicht von Fachplanern und Artenschutzexperten angeboten. Die Koordination der verschiedenen Interessenlagen übernahm das Baudezernat, nun steht mit der Klärung der Finanzierung die Umsetzung an.

Konkret sehen die Planungen vor, den Stolleneingangsbereich zu sanieren und abzudichten sowie die seitliche Mauer mit Naturstein zu verstärken. Darüber hinaus soll eine statische Ertüchtigung auf den ersten Metern des Stollens für eine dauerhafte Sicherung des Stolleneingangs sorgen. Das Holztor am Eingang des Stollens wird durch ein stabiles Metalltor ersetzt, das mit einem Einflugloch versehen ist. Das für die Ortsgeschichte wertvolle Holztor soll an anderer Stelle aufbewahrt werden. Über die Geschichte des Stollens und die Situation der im Bergwerk eingesetzten Zwangsarbeiter während der NS-Zeit wird auf einer eigenen Tafel informiert.

Da die Arbeiten während des Winterschlafs der Fledermäuse – etwa von Oktober bis März – ruhen müssen, rechnet man bei der Stadtverwaltung bis spätestens zum Herbst 2019 mit der Fertigstellung des Sanierungsprojekts. Eine Fertigstellung noch in diesem Jahr kann wegen der Unwägbarkeiten im Bereich der Stollenwände nicht abschließend erfolgen. „Wir freuen uns darüber, dass diese Maßnahmen langfristig den Stolleneingangsbereich sichern – in erster Linie zum Schutz einer gefährdeten Tierart, aber auch im Hinblick auf die kulturhistorische Bedeutung des Areals für Bensheim-Hochstädten“, sagt Erster Stadtrat Helmut Sachwitz.

By |Montag, 28. Mai 2018|