Fahrräder

Foto: PVH Heidelberg

Allgemein als gut könne die Qualität der Radwege in Bensheim bezeichnet werden und in den meisten Fällen lasse sich das Radwegenetz der Stadt Bensheim mit relativ einfachen Maßnahmen optimieren. Das Netz weise kaum Lücken auf, aber nicht überall könne sich der Radfahrer auf ausgewiesenen Radverkehrsanlagen bewegen. Wie in fast jeder Stadt zeige sich auch in Bensheim der typische Mix aus benutzungspflichtigen Radwegen, für Radfahrer freigegebenen Gehwegen oder Wirtschaftswegen.

Dieses Fazit zogen in der jüngsten Magistratssitzung Dominik Könighaus und Moritz Albrecht vom Darmstädter Planungsbüro R+T, das derzeit mit der Erstellung eines Radverkehrskonzeptes für die Stadt Bensheim beschäftigt ist. Im Sitzungssaal des Rathauses gaben sie einen Zwischenbericht ihrer bisherigen Arbeit.

Ausgangslage: Verkehrsentwicklungsplan von 2003

Ausgangslage für die Verkehrsexperten war der Verkehrsentwicklungsplan aus dem Jahr 2003, dessen Erkenntnisse um neue Gegebenheiten wie z.B. Westtangente und Kreisverkehre sowie um neue Quellen und Ziele, wie etwa Kino oder Fitnesspark im Stubenwald ergänzt wurden. Zur Bestandsaufnahme war im Frühjahr 2014 das Radwegenetz befahren worden. Eingeflossen sind außerdem die Anregungen und Wünsche von interessierten Bürgern, die sich im November 2014 an einem Planungscafé beteiligt hatten, zu dem die Stadt eingeladen hatte.

Optimal sei die Situation nach der Sanierung auf der Darmstädter Straße mit einem jetzt zwei Meter breiten Radweg, wogegen an anderer Stelle z.B. der Übergang vom Radweg in den Mischverkehr nicht so gut gelöst sei. Dort, wo ein gesonderter Radweg oder ein Schutzstreifen für Radfahrer aus Platzgründen nicht möglich ist, empfehlen die Planer eine Piktogrammspur (in regelmäßigen Abständen auf die Fahrbahn markierte Fahrräder), die den Autofahrer optisch auf den schwächeren Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen soll.

Problempunkte

Schwieriger gestalten sich dagegen Verbesserungen an sogenannten Problempunkten. Als „Schlüsselprojekte“ werden von den Verkehrsexperten die Verbesserung der West-Ost-Beziehung über die Schwanheimer Straße und die Straße „Am Rinnentor“ mit der Querung der Rodensteinstraße oder die Unterführung auf der Robert-Bosch-Straße bezeichnet. Gerade auf dem Zubringer zum Stubenwald wird man noch intensiv nach einer Lösung suchen müssen, die finanziell und baulich machbar ist, aber auch den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmer und der anliegenden Gewerbebetriebe gerecht wird.

Bessere Rahmenbedingungen sollen dem Radfahrer im Zuge der Schwanheimer Straße und „Am Rinnentor“ sowohl bei der Querung der B 3 als auch bei der Unterquerung des Bahndammes geboten werden. Auch wenn die Möglichkeiten im Fußgängertunnel ebenso begrenzt sind wie in der Unterführung Schwanheimer Straße. Hier ist daran gedacht, durch eine neue Aufteilung der Fahrbahn in der Straße „Am Rinnentor“ (bis Neckarstraße) beidseitig einen Radstreifen anzubieten. In der Unterführung Schwanheimer Straße wird die Einrichtung eines Schutzstreifens für Radfahrer zumindest in Richtung Osten erwogen.

Noch in diesem Monat sollen die vom Magistrat eingebrachten Überlegungen verwaltungsintern geprüft werden, um sie gegebenenfalls im Konzept zu berücksichtigen. Nach Fertigstellung des Radverkehrskonzeptes werden sich dann auch die Gremien mit den Überlegungen der Verkehrsexperten zu beschäftigen haben.

Bensheim im Fahrradklimatest des ADFC

Beim letzten Fahrradklimatest des ADFC aus 2012 hatte Bensheim mit der Gesamtnote 3,72 auf der Schulnoten-Skala von 1 – 6 einen Mittelfeldplatz belegt. Zum Vergleich: Mörfelden-Walldorf (3,15) lag damals an der Spitze der hessischen Statistik. Man darf auf das Ergebnis des aktuellen Tests 2014 gespannt sein, an dem auch Bensheim mit 103 Teilnehmern (2012: 126) wieder beteiligt ist. Aktuell ist der Test noch in der Auswertung, Ergebnisse werden im Februar erwartet.