Baden-Württemberg fördert Kompetenzzentrum „Prävention psychischer und psychosomatischer Erkrankungen“

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Baden-Württemberg fördert Kompetenzzentrum „Prävention psychischer und psychosomatischer Erkrankungen“

Schule, Studium und Beruf können psychisch krank machen – wie kann das verhindert werden? Ein neues Kompetenzzentrum „Prävention psychischer und psychosomatischer Störungen in der Arbeits- und Ausbildungswelt“ unter Leitung des Heidelberger Zentrums für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum soll nun langfristig Programme und Strukturen zur Vorbeugung schaffen. Mit der Förderung möchte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg der gesellschaftlichen Brisanz des Problems Rechnung tragen. Das neue Kompetenzzentrum wird mit rund 360.000 Euro in 2013 gefördert; eine ähnliche Fördersumme ist für 2014 vorgesehen.

Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung durch psychische Erkrankungen haben zugenommen

Psychische Erkrankungen sind immer häufiger für Arbeitsunfähigkeit verantwortlich und mit rund 40 Prozent Hauptursache für Frühberentungen. Der Leidensdruck und der Verlust an Lebensqualität sind dabei erheblich. Dies spiegelt auch die Diskussion um das Burn-out-Syndrom wider, die in den Medien geführt wird. „Die Anforderungen an Schüler, Studenten und die Arbeitnehmer haben sich erhöht“, erklärt Prof. Dr. Sabine Herpertz, Ärztliche Direktorin der Psychiatrischen Universitätsklinik des Zentrums für Psychosoziale Medizin Heidelberg. Kürzere Schul- und Studienzeiten, überzogener Leistungsdruck, gestiegene Anforderungen an Fertigkeiten und Wissen und der Wegfall von Routinearbeitsplätzen haben ihre Konsequenzen. „Psychische Erkrankungen entwickeln sich über eine längere Zeit. Dadurch gibt es ein ausreichendes Fenster, um präventiv entgegenzuwirken“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatik und Direktor des Zentrums für Psychosoziale Medizin.

Alle fünf Medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs sind beteiligt

In dem neuen Kompetenzzentrum werden in den nächsten zwei Jahren Psychiater, Psychosomatiker, Kinder- und Jugendpsychiater mit Arbeits- und Sozialmedizinern sowie Gesundheitsökonomen aller fünf Medizinischen Fakultäten Baden-Württembergs (Heidelberg, Freiburg, Tübingen Ulm, Mannheim) unter Leitung des Heidelberger Zentrums für Psychosoziale Medizin zusammenarbeiten. Dabei haben sie sich drei Hauptziele gesetzt:

  • Angehörige von Gesundheitsberufen und Führungskräfte in der Lern- und Arbeitswelt durch Aus- bzw. Fortbildungsmaßnahmen zu befähigen, ein auf Alter und Arbeitsplatzsituation abgestimmtes Präventionsprogramm zur Verhinderung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen anzubieten;
  • Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, in die breite Anwendung zu bringen und zu evaluieren;
  • Geeignete Präventionsprogramme für Menschen mit schweren psychischen und psychosomatischen Erkrankungen zu schaffen, die einen Rückfall verhindern.

Dadurch soll eine Struktur für Baden-Württemberg geschaffen werden, die das Thema Prävention an den Medizinischen Fakultäten etabliert und ihr den Stellenwert verschafft, der ihr angesichts der besorgniserregenden gesellschaftlichen Entwicklungen zukommt.

By |Donnerstag, 23. Mai 2013|