Die Oberärzte Dr. med. Nikolaos Bursianis (l.) und Dr. med. Klemens Kirchner demonstrieren gemeinsam mit Katheter-Fachschwester Tamara Kempf die Funktionsweise des Katheters zur renalen Denervation. Foto: GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Bluthochdruck („Arterielle Hypertonie“) ist eine der häufigsten Erkrankungen älterer Menschen in Deutschland und kann unbehandelt zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, zu Herzschwäche oder der Schaufenstererkrankung bis hin zum Platzen der Hauptschlagader führen. Um die Hypertonie zu bekämpfen, wird i.d.R. eine Reduzierung des Körpergewichts, sportliche Betätigung sowie – wenn diese Maßnahmen alleine nicht helfen – die medikamentöse Therapie empfohlen. Sollte sich auch durch diese Behandlung der obere (systolische) Blutdruck-Wert nicht unter 130 und der untere (diastolische) Wert nicht unter 90 senken lassen, gibt es nun eine neue Therapieoption: die kathetergestützte renale Denervation.

Ende Januar 2012 führte das angiologisch-kardio¬logische Katheterteam an der GRN-Klinik Schwetzingen unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Bernd Waldecker (Innere Medizin I) diese Behandlung erst¬mals durch. Zum Team gehören auch die auf Gefäßmedizin (Angiologie) und Herzkatheter-Eingriffe spezialisierten Oberärzte Dr. med. Klemens Kirchner und Dr. med. Nikolaos Bursianis. Die GRN-Klinik Schwetzingen zählt damit in der Metropolregion Rhein-Neckar neben den großen Krankenhäusern der Maximalversorgung zu den wenigen Kliniken, die dieses Verfahren anbieten.

Bei 10 – 20 Prozent der Bluthochdruck-Patienten gelingt es trotz zahlreicher Medikamenten-Kombinationen nicht, den diastolischen Zielwert von 90mmHg dauerhaft und zuverlässig zu erreichen. Für sie kommt die kathetergestützte renale („die Niere betreffende“) Denervationsbehandlung in Frage. Die neue Technik beruht auf der Erkenntnis, dass bestimmte Nervenstränge, die von der Niere (fachsprachlich: Ren) zum Gehirn führen, am Blutdruck-Regelkreis beteiligt sind. Diese vegetativen Nerven werden mit einer dünnen Sonde, die von der Leiste aus durch die Nierenarterie vorgeschoben wird, durchtrennt. Dadurch wird der Regelkreis beeinflusst und der Blutdruck der behandelten Patienten dauerhaft gesenkt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass es sich hierbei um ein sehr effektives und sicheres Verfahren zur Therapie von Personen mit medikamentös unbeherrschbarem Hochdruck sowie normaler Lage und Funktion der Nieren handelt.

Der Eingriff dauert etwa 40 Minuten und erfolgt in örtlicher Betäubung. Die Patienten können bereits am Folgetag das Krankenhaus verlassen und anschließend von niedergelassenen Allgemein- oder Fachärzten ihres Vertrauens weiter behandelt werden. Für weitere Auskünfte stehen die Mitarbeiter des Katheterteams gerne zur Verfügung unter Tel. 0 62 02/84-32 45.

Quelle: Pressemitteilung der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar vom 23. Februar 2012