Unter den am 9. April 2013 in Berlin nominierten Konzepten für den diesjährigen ACHSE Central Versorgungspreis für chronische seltene Erkrankungen ist auch ein Projekt aus Heidelberg: Das „Interdisciplinary rare Lungdisease Discussion Board (ILD-Board)“ der Thoraxklinik Heidelberg. Es ist eins von 37 Projekten und Initiativen, die sich um den Versorgungspreis beworben haben.

Das Heidelberger Projekt „ILD-Board“ setzt sich für eine bessere Behandlung von seltenen Lungenerkrankungen ein. Dabei handelt es sich um schwerwiegende, chronische und in der Bevölkerung weitgehend unbekannte Erkrankungen der Lunge mit meist hoher Morbidität und Letalität. Da Diagnostik und Behandlung extrem schwierig sind, haben Experten aus den unterschiedlichen Fachbereichen (Pneumologie, pädiatrische Pneumologie, Thoraxradiologie, Endoskopie, Pathologie, Thoraxchirurgie, Rheumatologie, Physiotherapie, Atemtherapie und Funktionsdiagnostik) der Thoraxklinik Heidelberg das „ILD-Board“ gegründet, um gemeinsam die Diagnose, Therapie- und Nachsorgemaßnahmen zu erarbeiten. Jede Verdachtsdiagnose einer seltenen Lungenerkrankung wird direkt an das ILD-Board gemeldet. Das Konzept des ILD-Boards schließt einen engen Kontakt mit und eine aktive Unterstützung von Selbsthilfegruppen ein. Dadurch erhalten Betroffene die Möglichkeit, ihren Wissensstand um diese Erkrankungen zu verbessern und Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und Verbesserung ihrer Lebensqualität zu erfahren.

Mit dem ACHSE Central Versorgungspreis für chronische seltene Erkrankungen setzen sich die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. und die Central Krankenversicherung AG für Projekte ein, die zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit chronischen seltenen Erkrankungen beitragen. Der Versorgungspreis wird vom Generali Zukunftsfonds unterstützt und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Bis zum Bewerbungsschluss (Februar 2013) reichten 37 Bewerber aus sämtlichen Bereichen des Gesundheitswesens ihre Konzepte ein (z.B. Kliniken, Medizinische Versorgungsverbünde, Praxen, Selbsthilfeorganisationen). „Mit der Auszeichnung möchten wir Konzepte honorieren, die innovativ eine fächerübergreifende Versorgung anbieten und dabei die Kompetenz der Selbsthilfe einbinden. Darüber hinaus fördert die Auszeichnung das Bewusstsein für seltene Erkrankungen und schafft öffentliche Aufmerksamkeit für die Belange der Betroffenen“, erklärt Dr. Arpad von Moers, Chefarzt der Kinderklinik der DRK-Kliniken Berlin und Juryleiter des Versorgungspreises. Die Jury setzt sich aus renommierten Vertretern der Bereiche Gesundheitsmanagement, Public Health, Medizin, Patientenvertretung und Wissenschaftsjournalismus zusammen.

Der Gewinner des Versorgungspreises 2013 wird im Juni bekannt gegeben.

Weitere Informationen:
www.central.de/versorgungspreis